Uns sollte der Verkauf von NMN verboten werden!

Hier ein Ausschnitt aus einem Brief des  Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit von Dezember 2020

Sie wurden mit Schreiben vom 12.10.2020 über eine Probenahme (NMN – Reinheit > 95%, Nicotinamidmononukleotid) durch das LGL informiert.
 
Dem Gutachten des LGL vom 11.11.2020 bezüglich des Produkts, NMN – Reinheit > 95%, Nicotinamidmononukleotid, u.a. folgendes zu entnehmen:

I. „Aufgrund der Zweckbestimmung des Unternehmers zur oralen oder sublingualen Aufnahme des Produkts, ist die vorliegende Probe als ein Lebensmittel i.S.v. Artikel 2 der VO (EG) 178/2002 zu beurteilen.
Nach § 1 Abs. 1 NemV ist ein Nahrungsergänzungsmittel im Sinne dieser Verordnung ein Lebensmittel, dass
1. dazu bestimmt ist, die allgemeine Ernährung zu ergänzen,
2. ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt und
3. in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeuteln, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darreichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen, in den Verkehr gebracht wird.
Die Probe ist demzufolge als ein Nahrungsergänzungsmittel i.S.v. § 1 Abs. 1 NemV zu beurteilen.“
 
II. „Derzeit lassen sich für „Nicotinamidmononukleotid“ in der Unionsliste für zugelassene neuartige Lebensmittel gemäß Art. 6 Abs. 1 VO (EU) 2015/2283 i. V. m. Art. 8 VO (EU) 2015/2283 keine entsprechenden Einträge finden.
Nach Art. 6 Abs. 2 VO (EU) 2015/2283 dürfen nur zugelassene und in der Unionsliste aufgeführte neuartige Lebensmittel nach Maßgabe der in der Unionsliste festgelegten Bedingungen und Kennzeichnungsvorschriften als solche in Verkehr gebracht oder in und auf Lebensmitteln verwendet werden.
Wir gehen daher davon aus, dass es sich bei der vorliegenden Probe „NMN - Reinheit > 98%, Nicotinamidmononukleotid“ um ein neuartiges Lebensmittel im Sinne des Art. 3 Abs. 2 Buchstabe a) Ziffer i) VO (EU) 2015/2283 handelt, welches Art. 6 Abs. 2 VO (EU) 2015/2283 nicht entspricht.“
 

Das vollständige Gutachten entnehmen Sie bitte dem Anhang. Eine Kostenrechnung erfolgt gesondert.
 
Da es sich aufgrund des Gutachtens um ein neuartiges Lebensmittel im Sinne des Art. 3 Abs. 2 Buchstabe a) Ziffer i) VO (EU) 2015/2283 handelt, welches Art. 6 Abs. 2 VO (EU) 2015/2283 nicht entspricht, ist dieses Produkt NMN - Reinheit > 98%, Nicotinamidmononukleotid nicht verkehrsfähig.
Bitte Bestätigen Sie uns, dass Sie diese(s) Produkt(e), NMN - Reinheit > 98%, Nicotinamidmononukleotid (jegliche Gebinde zu unterschiedlichen Gewichten und Kapseln), unverzüglich aus Ihren Verkauf (div. Onlineshops, incl. Amazon) nehmen und diese Produkte nicht mehr anbieten.
Weiter bitten wir Sie uns evtl. Wiederverkäufer zu nennen und diese auch zu informieren.
Die Bestätigung und evtl. Wiederverkäufer erwarten wir bis spätestens zum 18.12.2020.

Die berechtigte (aber, zugegeben, recht scharf formulierte) Antwort unseres Kollegen Dr. Peter Niehenke (AFEGA Research Group) auf dieses 'Gutachten' finden Sie hier

Aktuell:
 Die ärgerliche Inkompetenz des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Das Amt will unseren 'Fall' veröfffentlichen und will sich dabei auf falsche Tatsachenbehauptungen stützen und geradezu peinliche logische Fehler, die wir in unserer Stellungnahme zu diesem Ansinnen einer Veröffentlichung scharf kritisieren. Soetwas darf eine solche Behörde sich nicht leisten!

Um der Besorgnis des 'Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit'  trotz der Unsinnigkeit ihrer Forderung Rechnung zu tragen, heben wir an dieser Stelle hervor, dass NMN (Nikotinamidmononukleotid) nach der derzeitigen rechtliche Lage nicht zum Verzehr bestimmt ist. Es ist halt als Nahrungsergänzungsmittel (noch) nicht zugelassen und daher ist NMN einfach eine Chemikalie, die nicht als gefährlich eingestuft wurde und deren Vertrieb daher keinen Beschränkungen unterliegt.

Es sei allerdings die Frage erlaubt, mit welchem Recht irgendeine Behörde es in einem Rechtsstaat wagen kann, Menschen zu verbieten, Chemikalien, die nicht als gefährlich eingestuft worden sind und deren Verkauf daher keinen Beschränkungen unterliegt, zu konsumieren, wenn sie das wollen ! Das ist eine anmassende und unterträgliche Bevormundung und ein Eingriff in unsere Persönlichkeitsrechte!  Und in gleicher Weise hat keine Behörde das Recht, eine solche Bevormundung dadurch durchzusetzen, dass sie mit fadenscheinigen Begründungen den Verkauf solcher Chemikalien zu unterbinden/verbieten versucht und damit den Menschen den Erwerb solcher Substanzen zu verunmöglichen. Salopp formuliert: Es ist gut und wichtig und richtig, den Verbraucher vor Gefahren und vor Betrügereien zu schützen (!), aber man muss den Verbraucher nicht 'pampern' und die Bemühungen um Schutz des Verbrauchers dürfen nicht zu einer Bevormundung der Verbraucher entarten! Genau das findet hier durch das Bayerische Landesamt  für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aber statt. Dagegen muss man sich wehren!